Tausende strömten an den beiden Tages des zweiten Juli-Wochenendes in den Rüdersdorfer Museumspark. Damit wurden die kühnsten Hoffnungen der Veranstalter noch übertroffen.

11. Juli 2021, 19:00 Uhr•Rüdersdorf
Ein Artikel von Dirk Schaal
Ein Rumfordofen von Innen betrachtet: Franziska und David Schröder mit ihren Töchtern Marie und Marlene beim Sommerfest im Museumspark Rüdersdorf
© Foto: Dirk Schaal

Nach dem letztendlich doch abgesagten Bergfest und den nun gelockerten Corona-Auflagen war nicht viel Zeit, noch ein Fest auf die Beine zu stellen. „Wir wollten den Rüdersdorfern und den Menschen aus der Region unbedingt etwas bieten. So sind wir auf das Sommerfest für die ganze Familie gekommen“, sagt Jörg Sommer, seit etwa einem Jahr Leiter Vertriebsmarketing der Museums- und Kultur GmbH.

Neue Veranstaltungsformate geplant
Seit mehr als 20 Jahren organisiert er verschiedene Veranstaltungen. „Jede Örtlichkeit verlangt andere Konzepte. Die Bedingungen sind unterschiedlich, aber auch die Erwartungen der Besucher. Mit diesem Fest wollen wir auch ein Schauen, was wird angenommen“, fügte Sommer hinzu. Man will neue Formate entwickeln und neue Besucherkreise erreichen, erklärt er. Dazu wird gerade an weiteren Veranstaltungsformaten gearbeitet, die auch kurzfristig noch in das Programm kommen können.

Bis zu 1000 Besucher gleichzeitig erlaubt
1000 Besucher durften sich laut Pandemieauflagen gleichzeitig im Museumspark aufhalten. Auffällig waren viele junge Familien. „Wir sind zum ersten Mal hier und begeistert von dem großen Gelände und den Möglichkeiten hier“, sagten Franziska und David Schröder aus Neuenhagen. Gerade waren sie gerade mit den Töchtern Marie und Marlene in den Keller eines Rumfordofens gekommen. Viel Zeit hatten sie für das Fest eingeplant. Und das war gut so, gab es doch in fast jeder Ecke des Parks etwas zu entdecken.

Für Aufsehen sorgten die Mitglieder der Hundeschule Heimwölfe aus Herzfelde. Zwei- und Vierbeiner, vom Schoßhündchen bis zum Irischen Wolfshund, der die Größe eines Ponys erreichen kann, zeigte, was sie bisher alles gelernt hatten. „Zum einen können wir sehen, wie die Hunde auf solch ein Fest reagieren, zum anderen bekommen die Besucher einen Einblick in unsere Arbeit“, erklärte Eileen Kröschel, Chefin der Hundeschule. In einem Parcours mussten auch die Menschensuchhunde beweisen, was sie drauf haben. „Wir werden zu Einsätzen angefordert, wenn Menschen spurlos verschwinden. Ein Beispiel dafür sind Demenzkranke. Anhand eines Kleidungsstückes nehmen die Hunde Witterung auf und so können wir sie wieder in die Einrichtung bringen“, erklärt sie.

Im Museumspark war sie mit ihren Kollegen vom Bevölkerungsschutz vertreten. Ihre Arbeit vorstellen und Nachwuchs gewinnen, war ihr Motto. Nachdem der vierjährige Jonas mal auf dem Motorrad sitzen durfte, war klar, er wird mal ihr Nachfolger.

Könner auf Motorrad unterwegs
Gleich mehrfach präsentierten sich die Mitglieder des MC Woltersdorf. „Wir sind dankbar, dass wir das dürfen“, sagt Harald Träger, Chef des Allgemeinen Deutschen Motorsport Verbandes. Mit Fahrzeugen aus dem Motorsport Autotrail machten sie Besucherfahrten durch den Tagebau und die zweirädrigen Kollegen zeigten, was man mit einem Motorrad alles anstellen kann.

Mit einer Aufführung für Kinder startete am Nachmittag das Bühnenprogramm. Bereits vorher zog Nante, der Berliner Wolfgang Wündsch, mit dem Leierkasten durch den Park, um dafür Werbung zu machen. Das war gar nicht notwendig, denn die Kinder kamen in Scharen. Zum ersten Mal seit Corona hatten Tänzer der Rüdersdorfer Karnevalsgemeinschaft wieder einen Auftritt. „Wir wollen ein Lebenszeichen von uns geben“, sagte die Vorsitzende Petra Fleischer, die als Püppeline für große Kinderaugen sorgte.

Streichelzoo lockt die kleinen Besucher an
Kaum zu halten waren die kleinen Besucher auch im Streichelzoo. Immer wieder musste Pflegerin Katrin Thomas neue Futtertüten heranholen. „Zum Glück habe ich vorher nicht viel gefüttert“, sagt sie augenzwinkernd. Denn die sechs Ziegendamen ließen sich bereitwillig streicheln, wenn sie Köstlichkeiten dafür bekamen. Eine Win-win-Situation, übrigens nicht nur im Tiergehege, zufriedene zwei- und vierbeinige Museumsparkmitarbeiter und glückliche Besucher.

© Quelle und Foto: Dirk Schaal, MOZ